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Lebanon gewinnt goldenen LöwenLebanon gewinnt goldenen Löwen

16.01.2010

Lebanon

 

Vom Untergang bedroht: Der Film "Lebanon" erhält den Goldenen Löwen, während sich Venedig um die eigene finanzielle Zukunft und jene des Films sorgt.

Die Sueddeutsche
Wie kann man schon der Übermacht einer wahrhaftigen Erfahrung widerstehen, den Erlebnissen und Erkenntnissen aus einem schrecklichen Krieg, nach langen, schmerzhaften Verarbeitungsprozessen zu einem Film verdichtet? Eine erste Regie noch dazu, die so konsequent und mutig ist. Der Goldene Löwe für den israelischen Film "Lebanon" von Samuel Maoz, der selbst Soldat war im Libanonkrieg 1982 und der Jahre brauchte, bis er im Stande war, so zu erzählen, was er empfindet - das ist der Sieg eines klaren Favoriten.
"Lebanon" ist jene Art von Film, die man schon unter Preisverdacht hat nach Lektüre der Synopsis: vier blutjunge israelische Soldaten im klaustrophobischen Innern eines Panzers, den Feind sehen sie nur noch durchs Fadenkreuz, eine zermürbende, chaotische Mission. Man ist jetzt schon gespannt auf Maoz nächsten Film, sagte Jury-Präsident Ang Lee, selbst zweifacher Löwen-Gewinner. Die Entscheidung, so Lee, sei schnell und einstimmig gewesen - und "wir waren froh, dass wir nicht selber in diesem Panzer saßen, der jeder Panzer auf der Welt hätte sein können".


Kino-Zeit
Venedig - Der israelische Kriegsfilm Lebanon von Regisseur Samuel Maoz hat beim Filmfestival von Venedig den Goldenen Löwen gewonnen. Der Film erzählt von einer Gruppe israelischer Soldaten im ersten Libanonkrieg im Jahre 1982. Der Debütfilm basiert dabei auf autobiografi­schen Erfahrungen des Regisseurs. Das Besondere an Lebanon ist, dass er, ähnlich wie in Das Boot, ganz bei der Panzercrew bleibt. Den Krieg und die beklemmende Bedrohung sieht man nur durch den Sucher des Zielfern­rohrs. Der Film war schon während des Festivals als großer Favorit gehandelt worden.


Die Welt
Und den Goldenen Löwen hat sie mutig dem konsequentesten aller Filme vermacht: dem israelischen Beitrag „Lebanon“ von Samuel Maoz. Dieser Film, der ebenfalls mit deutschen Koproduktionsgeldern finanziert wurde, spielt konsequent in einem Panzer, in dem vier blutjunge Soldaten sitzen, die noch nie in einem Gefecht waren und am ersten Tag des ersten Libanonkrieges von der Situation vollkommen überfordert sind. Die Kampfhandlungen, überhaupt alle Handlungen draußen bekommt der Zuschauer nur durch das Zielfernrohr zu sehen; die Kamera verlässt den Huis Clos nur ganz am Anfang und ganz am Ende. So wird die Klaustrophobie sinnlich erfahrbar.

 

 


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